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Neujahrsbräuche weltweit: So feiern andere Länder

Neujahrsbräuche

Nur noch ein paar Tage, bis Korken und Raketen knallen und wir auf das neue Jahr anstoßen. Hochzeiten für Bleigießen, Marzipanschweinchen und Glücksklee. Denn das ist der Moment, in dem viele Deutsche auf althergebrachte Traditionen zurückgreifen, um so in den nächsten zwölf Monaten mit Glück, Liebe und Gesundheit gesegnet zu sein. Wissen Sie, wie die Italiener das neue Jahr begrüßen? Oder warum die Spanier an Silvester Trauben essen? Auf unseren Reisen haben wir viele lustige Bräuche kennengelernt und die besten sieben für Sie zusammengestellt.

Italien: Von braunen Linsen und roter Unterwäsche

Italien
Dass die Italiener gerne essen, beweisen sie auch an Silvester. Kaum einer, der nicht irgendwo zu einem mehrgängigen „cenone di Capodanno“ eingeladen ist. Zu den klassischen Spezialitäten gehören der gefüllte Schweinefuß „zampone“ oder alternativ Kochwurst „cotechino“. Die perfekte Beilage sind Linsen, denn sie sollen im neuen Jahr Geld und Reichtum bringen. Und da die Italiener Traditionen lieben und vielleicht auch ein bisschen abergläubisch sind, essen sie früher oder später alle einen Teller Linsen. Glück bringen übrigens nicht nur Linsen, sondern auch (geschenkte) rote Unterwäsche. Und wenn man dann zu fortgeschrittener Stunde in die fröhliche Runde fragt, wer rote Unterwäsche trägt, werden ziemlich viele bejahen. Gleichzeitig aber werden sie vehement klar stellen, dass sie eigentlich nicht daran glauben, aber … man wisse ja nie. Übrigens gilt das mit der roten Unterwäsche nicht nur für Frauen …

Spanien: Trauben im Sekundentakt

Spanien
Auch in Spanien ist Silvester ein buntes Fest, das man besonders gerne mit seiner Familie feiert. Natürlich gibt es auch große Silvester-Partys, die allerdings nicht unbedingt in knallenden Feuerwerksspektakeln gipfeln. Typisch hingegen ist das Glückstrauben-Essen in den letzten Sekunden des Jahres. Aber Vorsicht: Wer nach dem letzten Glockenschlag noch Trauben im Mund hat, soll im neuen Jahr vom Pech verfolgt werden. Den Takt gibt die Rathausuhr in Madrid vor, die glücklicherweise seit einigen Jahren nicht mehr jede Sekunde, sondern nur alle drei Sekunden schlägt. Sie fragen sich warum? Ganz einfach, weil sich die Langsamesser beschwert haben, dass sie nicht so schnell schlucken können und auch eine Chance auf Glück bekommen wollen.

Tipp: Wer es trotzdem nicht geschafft hat, der wirft einfach schnell noch einen goldenen Ring in sein Sektglas. Auch das soll Glück bringen!

Griechenland: Glück im Spiel – Pech in der Liebe

Griechenland
Statt Böller und Raketen gibt es in Griechenland Karten- und Würfelspiele. In den Spielkasinos und zu Hause geht es hoch her, denn die Griechen zocken am Jahresende bis in die frühen Morgenstunden. Es heißt, dass die Griechen landesweit einen dreistelligen Millionenbetrag verspielen würden. Fest steht, wer gewinnt, der hat sich das Glück für das kommende Jahr erspielt. Und die Verlierer? So schlecht steht es gar nicht um sie. Denn wer verliert, kann immerhin auf die Liebe hoffen. Zu guter Letzt gibt es noch Basilius-Brot, das um Mitternacht angeschnitten wird. In jedem Laib ist eine Münze versteckt und wer sie findet, ist nicht nur ein Glückskind, sondern auch ein kleines bisschen reicher.

Brasilien: Strandparty und Schiffchenversenken

Brasilien
Im Land des Samba herrschen zum Jahreswechsel wunderbare Temperaturen. Daher ist es kein Wunder, dass die Brasilianer gerne mit ihren Freunden draußen, am besten am Strand, feiern. Um die Meeresgöttin milde zu stimmen, werfen viele Frauen nicht nur Blumen ins Meer, sondern setzen auch kleine Schiffchen ins Wasser, die mit Süßigkeiten und Kerzen beladen sind. Das stärkt Beziehungen und sorgt für Fruchtbarkeit. Der Tradition entsprechend, kleiden sich die meisten ganz in Weiß, denn das ist die Farbe der Reinheit und des Friedens. Allerdings sieht es unten drunter anders aus, nämlich kunterbunt. Die Farbe der unbedingt neuen Unterwäsche hat entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des kommenden Jahres: Dabei steht ein gelber Schlüpfer für Reichtum, ein grünes Höschen für Erneuerung und Hoffnung, blaue Unterwäsche bringt ein Jahr voller Gelassenheit und Rot steht für Kreativität und Liebe. Wer finanziell besser da stehen möchte, der isst um Mitternacht ein paar Trauben und trägt die Kerne das ganze Jahr über im Portemonnaie. Sicher ist so, dass sich immer etwas im Geldbeutel befindet.

Südafrika: Silvester im Grünen

Südafrika
Relativ entspannt geht es in Südafrika am letzten Tag des Jahres zu. Bei rund 30 Grad im Schatten lassen die meisten das Jahr gerne im Grünen oder am Strand ausklingen. In Kapstadt zieht um Mitternacht das wohl schönste Feuerwerk des Landes tausende Besucher an, die gemeinsam das größte öffentliche Silvesterfest Afrikas feiern. Maskiert, bunt und fröhlich begrüßen die Südafrikaner das neue Jahr am 2. Januar. Dann schlüpfen bis zu 10000 Minnesänger, Barden und Musikanten in farbenfrohe Kostüme, bemalen sich fantasievoll ihre Körper und marschieren zu ausgelassener Musik durch Kapstadt. Das Spektakel soll an den „Emanzipation Day“, den Tag, an dem die Sklaven in den 1830er Jahren in Südafrika freigelassen wurden, erinnern.

China: Im roten Rausch

China
Wer am 31. Dezember in China schwungvoll ins neue Jahr starten möchte, der sucht wahrscheinlich vergeblich eine ausgelassene Silvesterparty. Die Chinesen sitzen lieber gemütlich im trauten Kreis der Familie beim Abendessen zusammen. Das eigentliche neue Jahr beginnt in China nach dem traditionellen Mondkalender am ersten Vollmond im Februar. Und: Das ist mit Abstand der wichtigste Feiertag im Jahr, der pompös, mit viel Rot und Feuerwerk gefeiert wird. Grund genug, das Haus richtig zu putzen, damit das neue Jahr seinen Weg in ein sauberes Heim findet. Außerdem wird das Haus mit roten Lampen und roten Spruchbändern dekoriert. Übrigens hat das Feuerwerk dort seinen Sinn: Es soll das alljährlich wiederkehrende, menschenfressende Jahresmonster mit seinem Lärm vertreiben.

Noch ein Tipp: Auf das Tragen von schwarzer oder weißer Kleidung sollte man unbedingt verzichten, denn Rot ist die Farbe des Glücks.

Thailand: Wasser statt Böller

Thailand
Auch wenn Thailand mit seiner fast ausschließlich buddhistischen Bevölkerung eigentlich nicht zu den Ländern gehört, in denen Neujahr am 1. Januar gefeiert wird, hält das die geselligen Thais nicht davon ab, in der Silvesternacht den Himmel mit großartigen Feuerwerken zu erleuchten. Nur ungern lassen sie eine Festivität ausfallen. Richtig zur Sache geht es dann allerdings zum thailändischen Neujahrsfest „Songkran“, das 2018 vom 13. bis 18. April stattfindet. Dabei kommt viel Wasser statt Böller zum Einsatz. Ursprünglich sollten ein paar Wassertropfen die Familienmitglieder reinigen und das Unglück für das nächste Jahr abwenden. Da April der heißeste Monat in Thailand ist, ist aus dem Brauch eine Tugend geworden: Abkühlung lautet das Motto. Und so liefern sich heute nicht nur Jugendliche mit Wasserpistolen, Gartenschläuchen und Eimern richtige Straßenschlachten. Am besten nur mit Handtuch aus dem Haus gehen.

Egal wie und wo Sie Silvester feiern, ob mit oder ohne Bleigießen, wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Apropos… Wissen Sie eigentlich, warum wir uns einen guten Rutsch wünschen? Eine Erklärung reicht in das 19. Jahrhundert zurück, wo schon die Brüder Grimm auf Rutsch, also auf Reise, gingen und selbst Goethe aufs Land rutschte, also aufs Land reiste.

In diesem Sinn also: Eine gute Reise… Ach und sollten auch Sie Lust bekommen haben, auf Reise zu gehen, stehen Ihnen die Reisedesigner von Designreisen auch im kommenden Jahr immer gerne zur Seite.

 

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Saskia Engelhardt

Saskia Engelhardt hat zehn Jahre für die Reise- und Beilagenredaktion der "Süddeutschen Zeitung" gearbeitet. Zu ihren Spezialgebieten zählen Genuss- und Outdoor-Themen sowie Italien. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern am Gardasee.

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