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Ein Louvre für die Emirate

Ayyam Gallery

Die Vereinigten Arabischen Emirate entwickeln sich zum Mekka für Kunstliebhaber. Auch abseits des neu eröffneten Louvre in Abu Dhabi sprießen Ateliers, Galerien und Museen wie Pilze aus dem Boden.

Es war die Ankündigung des Jahres: Als das Emirat Abu Dhabi und die französische Regierung im September nach fünf Jahren Bauzeit die Eröffnung des Louvre Abu Dhabi bekannt gaben, hielten tausende Kunstliebhaber den Atem an. Seit dem 11. November begrüßt der Louvre Abu Dhabi nun Kunstliebhaber mit Kunstobjekten auf Weltklasse-Niveau. Unter dem 180 Meter breiten Kuppeldach des vom französischen Star-Architekten und Pritzker-Preisträger Jean Nouvel entworfenen Gebäudes auf der Insel Saadiyat in den sich auf 6000 Quadratmetern Dauerausstellungsfläche Kunstwerke von Weltruhm, darunter Leonardo da Vincis „La Belle Ferrinière“, ein Selbstporträt von Vincent van Gogh, Édouard Manets „Die Zigeuner“ und Paul Gaugins „Junge Ringkämpfer“.

 

LOUVRE GOES WÜSTE

Unter dem weit geschwungenen Dach wandeln Besucher durch die Promenadengänge. Dort erleben sie auch eines der Highlights: Nouvels „Lichtregen“. Das Spiel aus Licht und Schatten unter den ineinander verschränkten Palmblättern wurde von den Oasen der Vereinigten Arabischen Emirate inspiriert, in denen sich einst die Wege der Reisenden kreuzten. Der neue Louvre ist eine gigantische Sammlung internationaler Kunst, die bewusst Parallelen der Künstler über verschiedene Kulturen und Zivilisationen hinweg aufzeigen will.

Louvre Abu Dhabi

Louvre Abu Dhabi “Rrain of Light” © Louvre Abu Dhabi, Photography: Mohamed Somji

Die Eröffnung des 530 Millionen Euro teuren Museums ist einer der Meilensteine für Kunstfans in den Emiraten. Doch der Louvre ist bei weitem nicht das einzige Ziel für Kunstliebhaber. Überall am Golf entstehen derzeit Museen, Ateliers öffnen ihre Türen, Kunstfestivals laden zum Empfang. Jedes Jahr im November zum Beispiel findet die Internationale Kunstmesse „Abu Dhabi Art“ statt. Zu den besten Festivals der Emirate zählt auch das jährlich im März und April abgehaltene „Abu Dhabi Festival“. Dort treffen sich Klassik-Fans, Ballett-Kenner und Theater-Interessierte. Superstars wie Yo-Yo Ma und Herbie Hancock schlagen eine musikalische Brücke zwischen der arabischen und westlichen Musikkultur. Das Festival wird auch begleitet von diversen Kunstausstellungen.

Auch Dubai setzt voll auf Kunst. Highlight ist die bereits seit 2007 stattfindende Dubai Kunstmesse „Art Dubai“. Im kommenden Jahr präsentieren von 21. bis 24. März 94 Galeristen aus 44 Ländern und insgesamt 277 Künstler dort internationale Werke. Die Messe findet im Luxus Resort Areal „Madinat Jumeirah“ statt und ist nicht nur für Kunstliebhaber ein Besuchermagnet, sondern auch für die örtliche High-Society, die sich mit dem internationalen Publikum gerne vermischt. Ein weiteres Highlight für Kunstliebhaber im März ist die „Art Week“. Mehr als 350 Veranstaltungen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Schardscha locken internationales Publikum genauso wie Einheimische an.

Zudem bietet Dubai in einer Reihe von Top-Galerien Kunst auf allerhöchstem Niveau. Angesiedelt haben sie sich unter anderem im Financial District. Einer der spannendsten Orte ist die Ayyam Gallery. Gezeigt wird einen Querschnitt aus dem Schaffen junger und etablierter Künstler aus der arabischen Welt. Die 2006 gegründete Galerie ist zugleich Dubais führende Kunstorganisation. Sie managt die Karrieren und Ausstellungen zahlreicher einheimischer Künstler.

 

KUNST VON WELTRUHM

Auch zahlreiche Hotels widmen sich dem Thema Kunst. Dubais neue Fünf-Sterne-Adresse, das „Jumeirah Al Naseem“, beispielsweise präsentiert eine Fülle an Kunstwerken des lokalen Künstlers Mattar bin Lahej. Ebenfalls zur Jumeirah-Gruppe gehört das „Jumeirah Creekside“, das über eine Sammlung von mehr als 1200 Kunstwerken verfügt. Ausgestellt werden derzeit 482 Kunstwerke von 52 Künstlern. Allein für die Installation von Halim Al Karims 1500 Kilogramm schwerem elektrischen liegenden Teppich in der Lobby benötigten die Arbeiter drei Tage.

Ayyam Gallery

Ayyam Gallery, Dubai DIFC

Auch die übrigen Staaten am Golf zeigen sich zunehmend kunstsinnig. Zum Beispiel das benachbarte Königreich Katar. Ein „Must see“ dort ist das Museum für Islamische Kunst (MIA) in der Hauptstadt Doha. Das von Pritzker-Preisträger Ieoh Ming Pei entworfene Museum ist ein einziges Kunstwerk. Ausgestellt sind große Teile der Kunstsammlung der Emire von Katar. Diese besteht aus Keramiken, Textilien, historischen Artefakten und Waffen sowie aus Büchern und Dokumenten. Das märchenhaft schöne Gebäude mit seiner surrealen Architektur beherbergt aber nicht nur eine unglaubliche Sammlung an Ausstellungsgegenständen und Pretiosen islamischer Kunst, sondern auch eines der besten Restaurants der ganzen Golfregion: das „IDAM“ von keinem Geringeren als Jahrhundert-Koch Alain Ducasse.

 

Designreisen Infos

Weitere Auskünfte zu den einzelnen Museen und aktuelle Ausstellungstermine finden sich unter:

 

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Ursprünglich erschienen im “Connection to Paradise“-Magazin.

Mark Robinow

Mark Robinow ist Herausgeber und Chefredakteur des Artology Magazins.

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